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Donnerstag, 3. Mai um 20 Uhr

Lesung. Hans Joachim Schädlich: Felix und Felka

Felix und FelkaRom, an einem Nachmittag im Mai 1933. Ein tätlicher Angriff des Malers Hanns Hubertus Graf von Merveldt zwingt den deutsch-jüdischen Maler Felix Nussbaum, die Villa Massimo zu verlassen. Die Rückkehr nach Deutschland ist ihm und seiner Lebensgefährtin, der polnisch-jüdischen Malerin Felka Platek, angesichts der nazistischen Judenverfolgung unmöglich. Nach Aufenthalten an der italienischen Riviera, in Paris und Ostende finden sie schließlich eine Bleibe in Brüssel. Dem dringlichen Rat eines Freundes, sich nach Palästina zu retten, folgen sie nicht. Obwohl die Bedrohung durch die deutschen Besatzungsbehörden zunimmt, bleiben sie in Brüssel und verstecken sich in einer Mansarde. In Felix und Felka zeigt sich Hans Joachim Schädlich erneut als Meister der Reduktion. In suggestiven Momentbildern gelingt es ihm, existentielle Ängste spürbar zu machen. Indem er das Künstlerpaar in seinem ganz privaten Umfeld zeigt, erfährt die Geschichte eine Kraft, die weit über das Einzelschicksal hinausreicht.

Eintritt: 5 Euro

 

Donnerstag, 17. Mai um 20 Uhr

Zauberberggespräch. Helmut Lethen: Die Staatsräte. Eliten im Dritten Reich: Gründgens, Furtwängler, Sauerbruch, Schmitt

Helmut Lethen. Die StaatsräteDer Rang dieser vier Männer ist bis heute unbestritten – und doch waren sie Teil der kulturellen Elite im Dritten Reich, ausgezeichnet mit dem Ehrentitel des »Preußischen Staatsrats«: Carl Schmitt, der Jurist und Staatsrechtler, der den Nazis half, die Verfassung systematisch auszuhöhlen; der Dirigent und Komponist Wilhelm Furtwängler, der sich auf die künstlerische Immunität berief; der Schauspieler Gustaf Gründgens, der ohne die Protektion Hermann Görings verloren gewesen wäre; schließlich der berühmte Chirurg Ferdinand Sauerbruch, der als unantastbar galt, während sich in seinem Haus auch die Attentäter des 20. Juli trafen. Wie konnte es dazu kommen, dass sich diese fachlich, künstlerisch und geistig exponierten Männer bis zuletzt mit dem Nationalsozialismus einließen? Helmut Lethen erzählt von Verführbarkeit und Unterdrückung, Opportunismus und Auflehnung, und mehr noch: Er versammelt Gründgens, Furtwängler, Sauerbruch und Schmitt zu imaginären Gesprächen. Sichtbar wird das komplizierte Verhältnis der geistigen Elite in Deutschland zur Hydra der Macht.

Eintritt: 5 Euro 

 

Donnerstag, 31. Mai 2018 um 20 Uhr

Zauberberggespräch. Die Gegenwart von Migration und Exil in Litauen
Perspektiven von Migranten, Flüchtlingen und Vertriebenen

Weckt die Ankunft von mehreren hundert Flüchtlingen aus den Kriegszonen des Nahen Ostens in Litauen Erinnerungen an die eigenen Erfahrungen von Migration, Flucht und Deportation im 20. Jahrhundert? Wie änderte sich der Blick auf das Memelland nach der Flucht der deutschsprachigen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg und durch den deutschen "Erinnerungstourismus" heute? Wie blickt Tomas Venclova, der grand senieur des intellektuellen Exils, nach fünf Jahrzehnten auf seine eigene Emigration in seinem Jahrhundert-Interview „Der magnetische Norden“ zurück? Und wie verarbeitet der in Vilnius, Kiew und Moskau wirkende Dramatiker Marius Ivaškevičius die Erfahrungen von jungen litauischen Migrantinnen und Migranten des 21. Jahrhunderts? Im Gespräch führen wir Perspektiven aus Literatur, Dramaturgie und Kunstgeschichte zusammen und diskutieren, wie wir 2018 die Migrationserfahrungen der litauischen Gesellschaft mit den Herausforderungen der gesamteuropäischen Gegenwart zusammen denken können.
 
Begrüßung: Gabriele Freitag, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V.
Gespräch: Marius Ivaškevičius, Schriftsteller, Dramaturg und Regisseur Eva Pluharova-Grigiene, Kunsthistorikerin, Humboldt-Universität Berlin
Katharina Raabe, Lektorin für osteuropäische Literaturen, Suhrkamp-Verlag
Moderation: Felix Ackermann, Kulturwissenschaftler, Deutsches Historisches Institut Warschau
 
Eine Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V. in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Der Zauberberg. Die Diskussion findet in deutscher und englische Sprache ohne Simultanübersetzung statt.   


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Mit herzlichen Grüßen

 

Natalia Liublina & Gerrit Schoof

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